Ein Kind früh verlieren

Ihr Kind während der Schwangerschaft, bei der Geburt oder kurz danach zu verlieren, gehört zum Traurigsten, was Eltern widerfahren kann. Niemand ist einem anderen Menschen körperlich so nahe wie das ungeborene Kind seiner Mutter in ihrem Bauch. Bewusst und unbewusst entwickelt sich ein wechselseitiger Austausch, an dem sich auch viele Väter und die Geschwister beteiligen. Ihr Kind eroberte sich seinen Platz in der Familie, in ihrem Leben, in den Herzen.

 

Durch den Tod fallen Begrüßung und Abschied nahe zusammen. Sie haben sich auf ein Leben mit Ihrem Kind eingestellt, eine Vorstellung vom künftigen Leben mit ihm entwickelt. Doch Sie bleiben ohne Ihr Baby zurück. Die Elternliebe fällt ins Leere. Alle Hoffnungen, Vorstellungen und Pläne über das gemeinsame Leben stürzen in sich zusammen.

 

Der Tod raubte Ihnen unvermittelt die Zukunft mit ihrem Kind. Sei es durch nicht vorhersehbares plötzliches Versterben. Sei es nach Untersuchungen des Ungeborenen in der Schwangerschaft (Pränataldiagnostik), die eine schwere Fehlbildung zeigten oder eine medizinische Indikation ergaben und Sie unvermittelt vor die Entscheidung über Leben und Tod ihres Kindes standen. Oder nach einer viel zu frühen Geburt und einiger Zeit in der Klinik.

 

Für manche Eltern ist es das erste Mal, dass sie dem Tod so direkt begegnen. Wir haben wenig Beispiele im Umfeld, die uns zeigen, wie wir mit einem solchen Schicksalsschlag umgehen können. Über viele Generationen hindurch war der frühe Tod eines Kindes ein Tabuthema. Erst seit den 1980er Jahren entwickelt sich nach und nach eine Trauerkultur auch für die früh verstorbenen Kinder. Trotzdem gibt es auch heute noch Äußerungen im Umfeld, die den verwaisten Eltern und Geschwistern die Erwartung signalisiert, schnell „zur Normalität“ zurückzukehren.  Aber Trauer ist eine gesunde Reaktion auf einen schmerzhaften Verlust. Auch wenn ein Kind nur im Mutterleib gelebt hat, hat es gelebt und seine Eltern und seine Geschwister verlieren einen nahestehenden Menschen.

 

 

Trauerbegleitung

 

Trauerereignisse lösen eine Krise aus. Dabei ist es nur entscheidend, wie Sie selbst das Ereignis erleben und nicht, ob die "Umwelt" auch befindet, dass es eine Krise oder ob sie „berechtigt“ ist. Manchmal kommt die Trauer auch nach längerer Zeit wieder, z.B. bei einer erneuten Schwangerschaft. „Eine Krise ist nicht zu harmonisieren, sondern zu ordnen, damit sie ablaufen kann“(Jorgos Canacakis).

In der Trauerbegleitung unterstütze ich Sie dabei, einen Rahmen zu schaffen, der es Ihnen ermöglicht, sich zu orientieren und zu besinnen, Gefühle zu leben, Entscheidungen zu treffen und so die Erinnerung an Ihr Kind nach Ihrem Empfinden zu gestalten. Ziel der Trauerbegleitung ist, dass Sie zu Ihren eigenen Ressourcen, ihrer Kraft und ihren Wurzeln zurück finden und die Aufgaben der Trauerzeit heilsam bewältigen können

 

Die bewusste Anerkennung dieser besonderen Erfahrung von Schwangerschaft, Geburt und Tod ist Voraussetzung für das lebendige Weitergehen.

 

Wann Sie sich dafür Unterstützung holen und welcher Umfang für Sie das Richtige ist, entscheiden Sie. Partner, Geschwister und andere Angehörige können nach Absprache in die Trauerbegleitung einbezogen werden.  

 


Ganzheitliche Therapie

 

Ergänzend zu allen Gesprächs- und Therapieangeboten können Sie auch Shiatsu als unterstützende körpertherapeutische Methode nutzen. 

 

Manchmal ist es nicht möglich über das Erlebte zu sprechen.

 

Manchmal ist es einfach nicht „dran“, den Kopf zur Bewältigung des Unfassbaren zu bemühen.

 

In solchen Momenten kann Trauerbegleitung über die Unterstützung auf körperlicher Ebene geschehen. Berührung durch Shiatsu erreicht Körper, Geist und Seele gleichzeitig. Es unterstützt die Aktivierung der Selbstheilungskräfte und Wiederherstellung von Balance. Nach und nach können so auch Ihre schmerzvollen Ereignisse zu persönlichem Wachstum dienen.


weiterführende Informationen



Auf diesen Seiten finden Sie Informationen für sich zum Thema Fehlgeburt/Totgeburt.